Leseprobe: Sturmträume

Wenig später war Rika wieder auf dem Weg in Richtung Heimat; es mochte wohl so an die drei Uhr früh sein… mitten in der Nacht. Aber sie fühlte sich ausgeschlafen, Sorley schien die kühle Nachtluft zu genießen, und Räuber schlugen in den seltensten Fällen in Stunden zu, in denen kaum jemand unterwegs war. Zudem hatte Rika nichts von Wert dabei, weswegen sie einen Überfall nicht fürchtete.

Was ihr mehr Sorgen machte, war die Tatsache, dass die Unruhe anhielt, die sie gleich nach dem Aufwachen erfasst hatte. Je vertrauter die Gegend wurde, desto bedrückter wurde sie, und diesmal war es nicht bloß die Ungewissheit über ihre Zukunft. Während Sorley an Wiesen und Feldern vorbeitrabte, auf denen Rika als Kind oft gespielt hatte, stiegen Empfindungen aus den Tiefen ihres Wesens empor, deren Natur sie selbst nicht zu erfassen vermochte; Ahnungen streiften ihren Verstand ohne sich zu offenbaren und verstärkten die Unruhe. Nicht einmal der Gedanke an ein Wiedersehen mit Dougen, das sie gestern noch so sehr herbeigesehnt hatte, konnte sie aufheitern, und zu allem Überfluss schien auch noch ein Sturm aufzuziehen.

Zuerst waren es nur kleine, schwarze Gebilde am tiefblauen Nachthimmel gewesen, aber umso weiter Rika und Sorley vorankamen, desto mehr quollen die Wölkchen auf; bald schon verdeckten sie einen Teil der Sterne, die im Schutz der Himmel funkelten.

Rika war durchaus bewusst, dass die Felder nach derart heißen Tagen Regen bitter nötig hatten, aber die Wolken erinnerten sie an ihren Traum und das von einem Blitzschlag verwüstete Herrenhaus...

Wind kam auf; zwar milderten die Bäume und zahlreichen Hügel seine Kraft, aber sie genügte, um das Vorankommen merklich zu erschweren.

Rika fluchte lautlos vor sich hin; es sah beinahe so aus, als sei jemandem daran gelegen, dass sie die Sicherheit des Hofes nicht erreichte, bevor das Unwetter losbrach.

Spätestens als der Fuß der letzten Anhöhe erreicht war, die sie noch vom Gehöft ihres Vaters trennte, war der Anflug von guter Laune, den sie sich nach dem Aufwachen so mühsam erkämpft hatte, vollends gewichen.

Zwischen dem Heulen des Windes und dem unerfreulichen Brodeln finsterer Vorstellungen und unfertiger Gedanken bemerkte sie das Rot, das den unteren Rand des Nachthimmels färbte.

„Sieh nur, Sorley“, rief sie, um den Wind zu übertönen, „die Sonne geht auf. Waren wir wirklich so lange unterwegs?“

Das Pony stieß einen kehligen Laut aus, dann begann es, unruhig zu tänzeln. Einzelne Blätter wehten vorbei, und sogar kleine Kiesel purzelten über den Weg.

„Was ist denn?“

Rika sah sich angestrengt um; der Wind hatte etliche gelockte Strähnen aus ihrem Haarknoten gezerrt, die ihr nun ins Gesicht schlugen und ihre Sicht zusätzlich behinderten.

„Was hast du? Ist eine Staubkatze in der Nähe?“

Sorley wieherte und schlug nervös mit dem braunen Kopf. Erneut traf sie eine Bö, die den scharfen Geruch eines großen Holzfeuers mit sich brachte.

Feuer.

Irgendwo auf der anderen Seite des Hügels brannte es.

Feuer!

Mit einem Laut des Entsetzens verstärkte Rika den Druck ihrer Schenkel. Sorley verstand, was das Mädchen von ihm wollte; er galoppierte los.

Bei dem starken Gegenwind kam es Rika wie eine Ewigkeit vor, bis der Hügel überwunden war.

Dann lag endlich das Gehöft ihres Vaters unter ihnen. Ein orangefarbenes Leuchten erhellte die bewölkten Himmel darüber. Ställe und Gesindehaus standen in Flammen!

„Schnell, Sorley, wir müssen helfen!“ schrie sie gegen den Sturmwind an und trieb dem Wallach die Fersen in die empfindlichen Flanken, aber anstatt in einen gestreckten Galopp zu verfallen, machte das Tier einen Satz zur Seite. Damit hatte Rika nicht gerechnet. Sie verlor das Gleichgewicht und stürzte aus dem Sattel. Mit einem Mal war der steinige Weg direkt vor ihr, sie schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf, und ein scharfer Schmerz durchzuckte sie. Dann überschlug sich das Mädchen auch schon, rollte ein paar Meter den Hang hinab und blieb schließlich auf dem Rücken liegen.

„Sorley,“ ächzte sie; aus dem Augenwinkel sah sie den Wallach mit schleifenden Zügeln und gewölbtem Rücken immer und immer wieder in die Höhe springen; der Brand hatte ihn völlig aus der Fassung gebracht.

Sie hob den Kopf; sofort rannte ihr eine heiße Flüssigkeit ins Auge. Vorsichtig berührte sie ihre Stirn und zuckte zusammen, als sie spürte, dass die Haut über ihrer Augenbraue beim Aufprall auf den Kies aufgeplatzt war. Mit dem Handrücken wischte sie sich Blut aus dem Gesicht.

„Sorley,“ rief sie noch einmal, diesmal mit kräftigerer Stimme, aber er schien sie nicht zu hören. Rika biss die Zähne zusammen und rappelte sich auf; über ihrer Schulter war die Leinenbluse zerrissen und ihr Rücken fühlte sich roh an, aber zum Glück schien kein Knochen gebrochen zu sein.

„Komm schon, Sorley.“ Mit zitternder Stimme humpelte sie auf das verstörte Tier zu, während sie gleichzeitig versuchte, den brennenden Hof im Auge zu behalten. „Wenn du nicht mitkommst, werde ich das Feuer alleine löschen müssen...“

Ein eisiger Klumpen entstand in Rikas Magen. Die Welt um das kleine Gehöft herum schrumpfte zur Bedeutungslosigkeit, während ihr die Gebäude mit den lodernden Dachstühlen plötzlich doppelt so detailliert erschienen. Kehliges Grunzen, schrilles Wiehern und das Fauchen und Prasseln des Brandes bildeten die Geräuschkulisse für das Unfassbare, das sich vor ihren Augen abspielte. Nun wusste sie, was die Panik des Wallachs ausgelöst hatte...

...Jixur.

 

Obwohl die Pferde fressenden Vierbeiner aus dem nahegelegenen Hochland stammten, hatte Rika bisher nur Zeichnungen von ihnen gesehen - in einem Buch im Kloster Cornel. Diese wurden der Wirklichkeit leider kaum gerecht.

Es mussten wohl mindestens fünf von ihnen sein, von denen jeder einzelne mehr Masse hatte als der kräftigste Ackergaul. Ungläubig nahm die junge Frau die flachen Gesichter mit den scharfen Zähnen wahr, die aufgeregt hin und her peitschenden Schwänze und die vom Schweiß glänzenden, muskelbepackten Oberkörper, die so sehr an die der Verjig erinnerten… ihre zweibeinigen ‚Vetter’ aus Kaavizan.

Zwei der vierbeinigen, vierarmigen Ungetüme trieben die Pferde zusammen, die in Todesangst aus den brennenden Ställen flohen. Orange glänzte der Widerschein der Flammen auf dem kurzen Fell der raubtierhaften Hinterleiber und verlieh den Kreaturen eine wilde Aura. Wenn man den Höhenunterschied außer Betracht ließ, waren sie bloß wenige Meter von Rika und Sorley entfernt.

Wieder machte der aufgebrachte Wallach einen Satz in die Höhe, und diesmal rutschte der Sattel, dessen Gurt sich gelockert hatte, unter seinen Bauch; dies nahm Sorley zum Anlass, in die Richtung davon zu preschen, aus der er und Rika gekommen waren.

Sie war nicht dazu imstande, zu winken oder nach dem Pony zu rufen; sowohl ihre Armmuskeln wie auch ihre Stimmbänder versagten ihr den Dienst. Sie konnte nur mit weit aufgerissenen Augen auf die derben Kreaturen starren, die ihren Hof verwüsteten. Gerade preschte ein

anderer, fast schwarzer Jixur – den vier Brüsten nach zu schließen ein Weibchen – herbei und stoppte kurz vor dem Hauptgebäude ab; in zwei der klauenbewehrten Hände trug sie brennende Fackeln. Sie drehte sich einmal im Halbkreis, dann trat sie mit den kräftigen Vorderläufen gegen die Tür, die aufsprang; zwei weitere Jixur, darunter ein zäh aussehender Veteran mit graufahlem Fell, drängten sich an ihr vorbei in den Innenraum.

Unternimm etwas! So unternimm doch endlich etwas!

Rika war wie gelähmt; obwohl die Stimme in ihrem Kopf ihren Appell unentwegt wiederholte, wusste sie genau, dass sie gegen so viele Jixur nichts ausrichten konnte. Leider war dies keiner ihrer Heldenträume. Auch dass das Leben ihres Vaters in Gefahr war, änderte nichts daran: keine Macht der Welt hätte das Mädchen in diesem Augenblick dazu bewegen können, sich dem Inferno und den bestialischen Jixur zu nähern.

Versuchte sie einzugreifen, wäre sie innerhalb weniger Augenblicke tot… oder schlimmer. Man sagte, die Jixur taten den Frauen Gewalt an, wenn sie über die wilden, menschlichen Stämme des Hochlandes herfielen.

Ein breitschultriger Mann taumelte aus einem der brennenden Ställe; Rika kannte ihn nicht. Verwünschungen ausstoßend schwang er eine dreizinkige Mistgabel und stolperte in Richtung des Haupthauses, als ihn die schwarze Jixur bemerkte. Grollend wendete wendete auf den Hinterläufen und trabte auf ihn zu, die Fackeln schwingend. Der Mann stieß mit seiner ländlichen Waffe nach der bepelzten Flanke der Jixur, die ihm geschickt auswich und dabei einen Trinkschlauch entkorkte, den sie um die obere Hüfte gebunden hatte. Der Mann wirbelte herum, als ihn die Flüssigkeit aus dem Schlauch benetzte; eine der Fackeln streifte seinen Kopf, und augenblicklich brannten seine Haare lichterloh. Gräßliche Laute drangen aus der Kehle des mutigen Stallburschen; die Mistgabel fiel zu Boden, als er mit beiden Händen nach den Flammen auf seinem Kopf schlug. Die Jixur wich zurück, um sich nicht selbst zu versengen; schon brannten die Ärmel des Mannes, dann sein Hemd. Er fiel zu Boden, rollte sich im Sand, aber das Feuer erlosch nicht.

Ein heftiger Windstoß traf Rika; Locken peitschten ihr Gesicht, und sie sah nach oben, wo Wolken nun fast den ganzen Himmel verdeckten. Eben noch hatte sie einen Regenguss gefürchtet, nun wünschte sie ihn sehnlichst herbei!

„Regne“, flüsterte sie tonlos. „Oh, bitte regne doch!“

Aus der Vordertür des Haupthauses stürzten die beiden Jixur, die eben erst eingedrungen waren. Mit knappen Gesten gab der graufahle Veteran dem schwarzen Weibchen eine Anweisung, woraufhin sie den ganzen Trinkbeutel durch die offene Türe schleuderte... und eine Fackel hinterher. Augenblicklich drang flackerndes Licht nach draußen.

Eines der beiden Ungeheuer, die die Pferde zusammengetrieben hatten, brüllte und deutete in Richtung des Weges, der von Roberts Hof wegführte. Gebannt sah Rika auf das geöffnete Maul mit den spitzen Zähnen; das raue Bellen und Fauchen, das daraus hervordrang, klang furchtbar.

Der Kopf des Graufalben schnellte herum; Rika sah den dunklen Strich, der sich über seinen gesamten Rücken und durch den grauen Haarstreifen auf seinem Kopf zog. Der Schwanz mit der Quaste zuckte nervös, dann winkte der Veteran den anderen Jixur in seiner Nähe. Gemeinsam schnürten sie in Richtung der Pferde und begannen dann, diese vom Hof wegzutreiben.

Wie betäubt folgte Rikas Blick dem Fingerzeig, aber alles, was sie erkennen konnte, war ein heller Fleck in der Dunkelheit.

Ein Blitz zuckte vom Himmel; das Naturereignis ließ sie nicht einmal zusammenschrecken. Im kalten Licht entpuppte sich der helle Fleck als mindestens ein weiterer Jixur, der auf der Straße nach Dunlet auf die anderen zu warten schien.

Der Knall und das tiefe Grollen eines Donnerschlags ertönten, als hätte Aeledd eine Kiste voller Bleikugeln fallen lassen, die nun über den Boden der Werkstatt seines Vaters Vherc rollten. So zumindest hatte Bruder Geon den Donner zu erklären versucht.

Das Kreischen des brennenden Stallburschen erstarb; es hinterließ eine Leere, die kurzfristig vom Krachen zusammenbrechender Holzbalken gefüllt wurde.

„Vater,“ krächzte Rika.

Die Jixur entfernten sich mitsamt den Pferden immer weiter vom Hof; schon jetzt war nur noch eine dunkle Masse zu sehen, die sich die Straße entlang über den Hügel wälzte.

„Vater!“

Mit ihrer Stimme kehrte auch wieder Leben in Rikas Beine zurück. Automatisch stakste sie den kiesübersäten Weg hinab. Während ein weiterer Blitz die finsteren Wolken teilte, zerbarst eine Scheibe im unteren Geschoss ihres Elternhauses mit lautem Klirren. Flammen schlugen heraus.

„Nein!“

Rika rannte los; mehr als einmal glitt sie auf dem Splitt aus, bevor sie schließlich mit zerrissenem Rock und zerschundenen Knien auf dem heimatlichen Gehöft ankam.

Es donnerte, als sie an dem brennenden Mann vorbei stolperte; weit und breit waren keine Jixur zu sehen, und langsam kehrte der Mut des Mädchens zurück.

Hinter dem Haupteingang loderte eine Flammenwand.

Rika langte mit beiden Händen an ihren Kopf.

„Vater,“ schrie sie verzweifelt. „Maret!“ Aber niemand reagierte auf ihre Rufe.

Sie hetzte weiter; es gab mehr als nur diesen einen Zugang zum Haus. Keuchend erreichte sie die Tür, die in die Küche führte, und riss sie auf. Zwar kam ihr beißender Qualm entgegen, aber das Feuer selbst war noch nicht bis zur Küche vorgedrungen.

„Vater! Maret!“

Nichts.

Draußen grollte Donner.

Das Mädchen hielt den Atem an und kämpfte sich durch den Qualm vor bis zur zweiten Küchentür. Ihr erster Versuch, sie aufzustoßen, scheiterte, da etwas sie von der anderen Seite blockierte.

Rika biss die Zähne zusammen; mit tränenden Augen drückte sie so fest gegen die Tür, dass Schmerz durch ihre verletzte Schulter schoss. Ihr Kopf pochte, als sie ihr ganzes Körpergewicht gegen das hölzerne Türblatt einsetzte, dann gab die Küchentür zentimerterweise nach. Das Mädchen mit den braunen Locken vergrößerte den Spalt, bis sie hindurchschlüpfen konnte; kurz schoss ihr der Gedanke durch den Kopf, dass die Tür zufallen und sie in dem brennenden Haus einsperren könnte - dann stürzte sie über einen Körper, der zusammengekrümmt am Boden lag.

Ein eisiger Blitz schoss durch Rikas Eingeweide, als sie das blutüberströmte Gesicht der Frau erkannte, die sie aufgezogen hatte.

„Maret!“

Die Augenlider der Köchin zuckten.

Schnell rappelte Rika sich auf und packte Maret bei den Schultern, um sie hinaus zu zerren, aber das Aufstemmen der Tür schien all ihre Kraftreserven verbraucht zu haben. Es gelang ihr nicht, die Köchin mehr als ein paar Zentimeter zu bewegen.

Ein Knall ertönte tief drinnen im Haus, als hölzerne Stützbalken in Flammen aufgingen.

„Verdammt!“ Erschöpft fiel Rika auf die Knie und beugte sich über die Köchin; Blut aus einer klaffenden Kopfwunde verklebte das blonde Haar, die Kleidung der Magd war von kurzen Klauen zerfetzt worden, und die Haut an Armen, Hals und Oberkörper wies zahlreiche Schnitte auf.

„Maret, wach auf!“

Wieder flatterten die Lider der Frau, dann wurden die hellen Augen klar, als sie das Mädchen erkannte.

„Rika, Kind,“ ächzte Maret. „Du – du musst fliehen, bevor-“

„Sie sind fort, Maret.“ Aufgelöst schüttelte Rika den Kopf. „Die Jixur sind fort!“

„Die – die Halbe hat es ihnen befohlen.“ Marets Stimme war nur ein heiseres Flüstern. „Das haben sie – haben sie gesagt. Sucht alle – alle Pferde und - das Geld.“

Rika konnte den Worten der verletzten Frau nicht ganz folgen; vermutlich hatte der Schlag auf den Kopf ihren Verstand verwirrt.

„Sie haben mit dir gesprochen?“

„Mit- miteinander. Ich verstehe Jixur, kleine Rika… ich stamme doch aus den – aus den Hochebenen.“ Die gepeinigten Augen der Frau trübten sich. „Robert hat sich – gewehrt, da – haben sie ihn getötet. Flieh, Kind, solange du – solange du noch kannst.“

Rika wurde heiß; ihre Beine begannen zu zittern.

„Vater ist tot?“ stieß sie hervor, aber die Köchin antwortete ihr nicht; ein Blick in die glasigen Augen erklärte, weshalb.

„Maret...“

Wieder brach ein Stützpfeiler krachend zusammen, diesmal nicht weit entfernt, und durch den Qualm konnte sie Flammen sehen, die aus den Bodendielen hervorschossen Da sprang Rika mit einem erstickten Laut auf und stürzte hinaus ins Freie. Das Dach ihres Elternhauses brannte an mehreren Stellen, und

genüsslich leckten Flammenzungen über das verkohlte Gerippe eines der Ställe. Er musste zusammengebrochen sein, als Rika im Haus war. Der andere Stall loderte lichterloh.

Ziellos taumelte sie über den geschotterten Platz zwischen den Gebäuden; das Entsetzen war zu groß, in ihrem pochenden Kopf überschlugen sich wirre Gedankenfetzen. Da erhellte ein naher Blitz den Hof und das Bündel, das in einem Winkel neben der noch brennenden Stallung lag.

Rika hielt inne, und ihre Haut prickelte, als sich die feinen Härchen aufrichteten.

Das Bündel mochte einmal ein Hirtenhund gewesen sein.

Ein lauter Donnerschlag übertönte alle anderen Geräusche, dann trieb ein heftiger Windstoß die ersten großen Regentropfen über den Hof; gleich mehrere der dicken Wasserperlen klatschten in Rikas Gesicht.

Einen Augenblick lang stand das Mädchen wie angewurzelt auf dem Hof, dann fiel sie neben dem klebrigen Fellbündel auf die Knie.

Das tosende Gewitter übertönte ihr Schluchzen.

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Hintergrund: (C)Gerd Altmann (geralt) / PIXELIO